KI-Glossar ·Grundlagen

Rechenzentrum

Auch: Data Center, Datacenter, RZ

Ein Rechenzentrum ist ein Gebäude, das Server samt Stromversorgung, Kühlung und Netzanbindung aufnimmt. Seine Größe wird üblicherweise in elektrischer Anschlussleistung angegeben, nicht in Rechenleistung.

Anschlussleistung als Maßzahl

Der Anschlusswert gibt an, wie viel elektrische Leistung ein Rechenzentrum aufnehmen und als Abwärme wieder abführen kann. Er wird in Megawatt oder Gigawatt angegeben und liegt bereits in der Planung fest, weil Transformatoren, Kabelquerschnitte, Notstromversorgung und Kühlkreisläufe darauf ausgelegt werden. Die Rechenleistung der Server taugt dagegen kaum als Kennzahl für das Gebäude: Ein Rechenzentrum wird zwei bis drei Jahrzehnte genutzt, die Server darin werden alle paar Jahre gegen effizientere getauscht, und die FLOPS-Zahl im Haus steigt dabei um ein Vielfaches, während der Anschlusswert gleich bleibt.

Bauarten

Bei einem Colocation-Rechenzentrum stellt der Betreiber Gebäude, Strom, Kühlung und Netzanschluss, die Server gehören einmietenden Firmen. Clouddienstleister betreiben dagegen eigene Hardware und vermieten darauf laufende virtuelle Maschinen; die größten unter ihnen heißen Hyperscaler. Rechenzentren für KI-Training bilden eine dritte Bauart, weil sie eine ungewöhnlich hohe Leistungsdichte je Serverschrank erfordern.

Leistungsdichte je Rack

Ein Serverschrank (Rack) mit klassisch luftgekühlten Servern nimmt je nach Bestückung einige Dutzend Kilowatt auf. Aktuelle KI-Systeme überschreiten diesen Bereich deutlich und benötigen Kühlwasser, das bis an den einzelnen Prozessor herangeführt wird. Diese Leistungsdichte ist der Grund, weshalb für KI-Vorhaben neue Gebäude entstehen, statt vorhandene Flächen zu belegen: Sowohl die Stromverteilung als auch die Kühlkette älterer Rechenzentren sind auf sie nicht ausgelegt.

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