KI-Glossar ·Agenten

Loop Engineering

Auch: Harness Engineering, Compounding Engineering, Dark Factory

Loop Engineering bedeutet, einem KI-Agenten nicht mehr einzelne Aufgaben zu geben, sondern die Schleife zu bauen und zu optimieren, in der Agenten selbstständig Software produzieren.

Das Prinzip

Klassisch promptet man einen Coding-Agenten für ein konkretes Feature: „Bau mir X.“ Beim Loop Engineering steigt man eine Abstraktionsebene höher: Man entwirft den Kreislauf — Aufgaben finden, umsetzen, prüfen, verbessern — und lässt Agenten diesen Kreislauf immer wieder durchlaufen. Optimiert wird nicht mehr der einzelne Code, sondern die Schleife, die ihn hervorbringt.

Herkunft

Geprägt hat den Begriff der Entwickler Peter Steinberger 2026 in einem viralen Tweet. Sein Projekt OpenClaw entsteht als „Dark Factory“: eine Software-Fabrik, in die kaum noch ein Mensch hineinschaut — wenige Maintainer, sehr viele Agenten-Commits pro Tag. Verwandte, ältere Begriffe sind Harness Engineering (OpenAI) und Compounding Engineering („repariere nicht den Code, sondern das Werkzeug, das den Code produziert hat“).

Einordnung

In überschaubaren, neu gestarteten Projekten funktioniert das Muster bereits nachweisbar; auf große, gewachsene Codebasen lässt es sich bisher nicht flächendeckend übertragen. Offen ist auch die Verantwortungsfrage: Wer haftet für das, was die Schleife produziert? Naheliegend: derjenige, der die Schleife gebaut hat.

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