Die Aktivierungsfunktion bestimmt, welchen Wert ein Neuron ausgibt, nachdem es seine gewichteten Eingaben summiert hat. Sie ist nichtlinear — und erst diese Nichtlinearität macht mehrschichtige Netze leistungsfähiger als einschichtige.
Ein Neuron multipliziert seine Eingaben mit den zugehörigen Gewichten und addiert die Ergebnisse. Auf diese Summe wird die Aktivierungsfunktion angewendet; deren Ergebnis geht an die nächste Schicht. Das Perzeptron von 1958 nutzte dafür eine harte Schwelle: über dem Schwellenwert 1, darunter 0.
Ohne Aktivierungsfunktion wäre jede Schicht eine lineare Abbildung. Mehrere lineare Abbildungen hintereinander ergeben aber wieder nur eine lineare Abbildung — ein Netz aus hundert Schichten könnte dann nicht mehr als eine einzige. Die nichtlineare Funktion zwischen den Schichten ist es, die aus der Tiefe einen Gewinn macht.
Damit Backpropagation funktioniert, muss die Funktion ableitbar sein — nur dann lässt sich berechnen, wie eine Änderung des Gewichts den Fehler beeinflusst. Die harte Schwelle des Perzeptrons erfüllt das nicht; ihr Ersatz durch differenzierbare Funktionen war eine Voraussetzung für das Training tiefer Netze.