Die DARPA ist die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums, die seit den 1960er-Jahren einen Großteil der amerikanischen KI-Grundlagenforschung finanziert hat — und mit ihren Kürzungen den ersten KI-Winter mit auslöste.
Die Agentur wurde im Februar 1958 als ARPA gegründet, als Reaktion auf den sowjetischen Sputnik-Start wenige Monate zuvor; seit 1972 heißt sie DARPA. Ihr Auftrag ist die Förderung risikoreicher Forschung mit militärischem Fernziel — nicht die Entwicklung einsatzfertiger Technik.
Ab 1962 vergab das Information Processing Techniques Office unter J. C. R. Licklider Mittel weitgehend ohne enge Zweckbindung an ganze Institute statt an einzelne Vorhaben. Davon lebten die drei prägenden KI-Labore der Frühzeit: das Project MAC am MIT (ab 1963), das Stanford AI Laboratory und die Gruppe an der Carnegie Mellon University. Lisp, SHRDLU, die frühe Spracherkennung und die Expertensysteme entstanden in diesem Umfeld. Aus demselben Büro kam ab 1969 das ARPANET, der Vorläufer des Internets.
Mit der Mansfield-Änderung von 1969 musste die Behörde einen militärischen Bezug ihrer Projekte belegen. Nach dem enttäuschenden Ausgang des Speech-Understanding-Programms, das 1976 eingestellt wurde, verlagerte die DARPA ihre Mittel von zweckfreier Grundlagenforschung auf konkrete Anwendungen. Zusammen mit dem britischen Lighthill-Bericht gilt dieser Schritt als wesentliche Ursache dafür, dass der erste KI-Winter einsetzte. In den 1980er-Jahren finanzierte die Strategic Computing Initiative (1983 bis 1993) mit rund einer Milliarde Dollar erneut KI-Forschung im großen Stil, wurde aber ab 1988 zurückgefahren.
Die DARPA Grand Challenge für autonome Fahrzeuge — 2004 und 2005 in der Wüste, 2007 als Urban Challenge im Stadtverkehr — brachte die Entwicklung selbstfahrender Autos entscheidend voran; mehrere Teilnehmerteams gründeten später die einschlägigen Firmen. 2018 legte die Behörde mit AI Next ein Programm über zwei Milliarden Dollar auf, mit Schwerpunkt auf erklärbaren und robusten Verfahren.