Agentic Engineering bezeichnet die disziplinierte Form der Softwareentwicklung mit KI-Agenten: Die Implementierung übernimmt der Agent, aber innerhalb menschlich entworfener Strukturen aus Spezifikationen, Tests und Schutzregeln — Architektur und Abnahme bleiben beim Menschen.
Beim Agentic Engineering schreibt der Mensch den Code nicht mehr selbst — er entwirft das System, in dem ein Agent ihn schreibt. Dazu gehören eine präzise Spezifikation dessen, was entstehen soll, automatisierte Prüfungen, die festlegen, wann es als richtig gilt, und Grenzen, innerhalb derer der Agent sich bewegen darf. Der Mensch behält die Architektur-Entscheidungen und beurteilt das Ergebnis.
Der Begriff kam 2025 im Umfeld der Coding-Agenten als Gegenbegriff zum Vibe Coding auf; Anfang 2026 übernahm ihn auch Andrej Karpathy, der das Vibe Coding benannt hatte, für das disziplinierte Ende des Spektrums.
Vom Vibe Coding unterscheidet sich Agentic Engineering nicht durch das Werkzeug — beide können denselben Agenten nutzen —, sondern durch die Struktur darum herum: Beim Vibe Coding ist Verifikation optional, beim Agentic Engineering ist sie systematisch eingebaut.