KI-Glossar ·Agenten

Agentic Engineering

Auch: Agentisches Engineering, Agentic Coding

Agentic Engineering bezeichnet die disziplinierte Form der Softwareentwicklung mit KI-Agenten: Die Implementierung übernimmt der Agent, aber innerhalb menschlich entworfener Strukturen aus Spezifikationen, Tests und Schutzregeln — Architektur und Abnahme bleiben beim Menschen.

Grundidee

Beim Agentic Engineering schreibt der Mensch den Code nicht mehr selbst — er entwirft das System, in dem ein Agent ihn schreibt. Dazu gehören eine präzise Spezifikation dessen, was entstehen soll, automatisierte Prüfungen, die festlegen, wann es als richtig gilt, und Grenzen, innerhalb derer der Agent sich bewegen darf. Der Mensch behält die Architektur-Entscheidungen und beurteilt das Ergebnis.

Bausteine

  • Spezifikation: Anforderungen, Architektur-Vorgaben und Konventionen liegen schriftlich vor, etwa in Regel-Dateien, die der Agent bei jeder Aufgabe mitliest.
  • Verifikation: Tests prüfen die deterministischen Teile des Systems (bekannte Eingabe, erwartete Ausgabe); sogenannte Evals — Bewertungsläufe mit Datensätzen und Bewertungskriterien — prüfen die nicht-deterministischen Teile, etwa ob der Agent sinnvolle Schritte gewählt hat.
  • Harness-Konfiguration: Werkzeuge, Guardrails (Schutzregeln, die bestimmte Aktionen blockieren) und Ausführungsumgebungen werden bewusst gestaltet, denn sie bestimmen das Verhalten des Agenten wesentlich mit — siehe Harness.

Herkunft des Begriffs

Der Begriff kam 2025 im Umfeld der Coding-Agenten als Gegenbegriff zum Vibe Coding auf; Anfang 2026 übernahm ihn auch Andrej Karpathy, der das Vibe Coding benannt hatte, für das disziplinierte Ende des Spektrums.

Abgrenzung

Vom Vibe Coding unterscheidet sich Agentic Engineering nicht durch das Werkzeug — beide können denselben Agenten nutzen —, sondern durch die Struktur darum herum: Beim Vibe Coding ist Verifikation optional, beim Agentic Engineering ist sie systematisch eingebaut.

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