Codeberg, der gemeinnützige Git-Hoster aus Berlin, hat seine Haltung zu KI festgeschrieben. Der Verein trifft zwei Entscheidungen: Nutzerdaten werden nicht für LLM-Training bereitgestellt, und die Nutzungsbedingungen wenden sich künftig gegen Projekte, die überwiegend mit LLMs geschrieben und gewartet werden ("vibe-coded projects").
Auffällig an der Begründung: Über die Qualität von KI-Code verliert Codeberg kaum ein Wort. Stattdessen rechnet der Verein vor, was die KI-Welle einen kleinen Infrastrukturbetreiber kostet. KI-Crawler fluten die Server, und der Rechenzentrums-Boom treibt die Hardwarepreise — als Beispiel nennt Codeberg eine SSD, deren Preis von 700 auf 3.700 Euro gestiegen ist.
Dazu kommt die soziale Ebene. Open Source lebt von Zusammenarbeit und Vertrauen, und beides leidet, wenn massenhaft ungewartete Wegwerf-Software entsteht und Copyleft-Code per "License Laundering" durch Modelle gewaschen wird, also seine Lizenzpflichten auf dem Weg durchs Training verliert.
Wie sich "heavy use of LLMs" nachweisen und durchsetzen lässt, bleibt offen. Die Regel liest sich weniger wie ein Kontrollinstrument als wie eine Positionierung: Codeberg will der Ort für handgeschriebene Software bleiben. Wie viele Entwickler diesen Ort suchen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
Quellen
- Codeberg-Blog: Protecting our FLOSS commons from LLMs
- Codeberg Terms of Use
- Entdeckt über die KI-News des developers club.
Quelle: https://blog.codeberg.org/protecting-our-floss-commons-from-llms.html