Das RKI-Modell zählt keine einzelnen Todesfälle. Es vergleicht, wie viele Menschen in warmen Wochen sterben und wie viele in vergleichbaren kühlen Wochen. Die Differenz gilt als Zahl der hitzebedingten Sterbefälle.
Die gemeldeten Sterbefälle über dem üblichen Wert sind dagegen wirklich gezählt. Man nimmt die gemeldeten Sterbefälle einer Kalenderwoche und zieht davon den Median (den mittleren Wert) derselben Kalenderwoche in den Vorjahren ab. Übrig bleibt, wie viele Menschen mehr gestorben sind als üblich — aus allen Gründen, nicht nur wegen Hitze.
Der Wert je Hitzewelle ist einfach die Summe der geschätzten Wochenwerte. Zu jeder einzelnen Woche gehört zwar eine Spanne, in der der wahre Wert wahrscheinlich liegt. Solche Spannen darf man aber nicht zusammenzählen. Bei den einzelnen Hitzewellen steht deshalb keine Spanne. Beim Jahreswert steht eine — die rechnet das RKI selbst aus und veröffentlicht sie mit.
Warum eine einzige Hitzewelle fast so viele Sterbefälle hat wie das ganze Jahr. Das RKI veröffentlicht ausschließlich Wochenwerte. Berührt eine Hitzewelle eine Kalenderwoche auch nur an einem Tag, geht der volle Wochenwert in die Summe ein. Gezählt werden also alle Sterbefälle der betroffenen Kalenderwochen, nicht nur die der heißen Tage. Die Zahl ist deshalb eher zu hoch als zu niedrig.
Warum die Summe der Hitzewellen nicht den Jahreswert ergibt. Dafür gibt es drei Gründe:
Übersterblichkeit heißt: Es sterben mehr Menschen als sonst um diese Jahreszeit üblich. Diese Seite zeigt dazu zwei Zahlenreihen. Gemeldet: So viele Menschen sind laut den Meldungen des Statistischen Bundesamts tatsächlich gestorben, verglichen mit dem üblichen Wert der Vorjahre. Diese Zahlen sind belastbar, kommen aber rund vier bis fünf Wochen zu spät. Geschätzt: Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt aus den Temperaturdaten, wie viele Sterbefälle auf Hitze zurückgehen. Diese Schätzung liegt schon vor, bevor die gemeldeten Sterbefallzahlen da sind.
Diese Seite zeigt zwei getrennte Zahlenreihen und stellt sie einander gegenüber:
Oben lässt sich ein anderes Jahr auswählen; Karte, Tabellen und Kurven zeigen dann dieses Jahr. Eine Tabelle weiter unten zeigt, wie gut die Schätzung zu den später gemeldeten Zahlen passte.
Für diese Seite liegen gemeldete Sterbefallzahlen erst ab 2021 vor. Der Vergleich mit den Vorjahren braucht mindestens zwei frühere Jahre. Deshalb gibt es die gemeldeten Sterbefälle über dem üblichen Wert hier erst ab 2023. Temperaturen und RKI-Schätzung reichen weiter zurück; die RKI-Jahreswerte beginnen 2016.
Datenstand: Was liegt bis wann vor?
| Quelle | Daten liegen vor bis | zuletzt abgerufen | Wie oft die Stelle selbst aktualisiert |
|---|---|---|---|
| Gemeldete Sterbefälle (Statistisches Bundesamt) | Kalenderwoche 25/2026 | 24.07.2026 06:15 Uhr | jeden Dienstag neu. Die Sterbefälle je Bundesland kommen rund 4 bis 5 Wochen nach der jeweiligen Woche; Wochen ohne Meldung bleiben in den Tabellen leer |
| RKI-Schätzung, Wochenwerte | Kalenderwoche 28/2026 | 24.07.2026 06:15 Uhr | jeden Donnerstag neu, aber nur von Juni bis September |
| RKI-Schätzung, Jahreswerte je Bundesland | Jahr 2026 (bis Kalenderwoche 28) | 24.07.2026 06:15 Uhr | jeden Donnerstag neu, aber nur von Juni bis September |
| Temperatur (Deutscher Wetterdienst) | 22.07.2026 | 24.07.2026 06:15 Uhr | täglich neu (Messwerte der Vortage) |
Diese Seite holt die Daten mindestens einmal pro Woche automatisch ab, planmäßig freitags früh; zusätzliche Abrufe sind möglich, deshalb kann in der Spalte „zuletzt abgerufen" auch ein anderer Wochentag stehen. Das Statistische Bundesamt aktualisiert dienstags, das RKI donnerstags — freitags sind also beide neu.
Warum fehlen die letzten Wochen? Sterbefälle werden von den Standesämtern verspätet gemeldet. Die hier genutzte Tabelle des Statistischen Bundesamts (Nummer 12613-08, Sterbefälle je Bundesland und Kalenderwoche) liegt rund vier bis fünf Wochen hinter dem Kalender. Für Wochen ohne Meldung steht hier nichts: lieber eine Lücke als eine erfundene Zahl. Auch die Zeile „Deutschland gesamt" dieser Seite ist die Summe der Bundesland-Werte und deshalb genauso spät dran.
Der Wochenbericht des RKI erscheint donnerstags und reicht bis 11 Tage vor dem Erscheinungstag. Nur die Temperaturen des Deutschen Wetterdienstes sind fast tagesaktuell.
Für eine gerade erst überstandene Hitzewelle gibt es deshalb noch keine gemeldete Sterbefallzahl — weder hier noch beim Statistischen Bundesamt. Die RKI-Schätzung gibt es trotzdem schon: Sie wird aus den Temperaturdaten berechnet und braucht keine Sterbemeldungen.
Wann kommen die Sterbefallzahlen zu den Hitzewellen 2026? Für die Hitzewelle vom 17.06.–29.06. voraussichtlich zwischen dem 26.07.2026 und dem 09.08.2026. Für die Hitzewelle vom 06.07.–16.07. voraussichtlich zwischen dem 09.08.2026 und dem 23.08.2026.
Die Standesämter melden eine Woche erst rund vier bis fünf Wochen später. Daraus ergibt sich: Zur Hitzewelle vom 17.06.–29.06. fehlen noch die Kalenderwochen 26 bis 27. Sie werden voraussichtlich zwischen dem 26.07.2026 und dem 09.08.2026 gemeldet. Zur Hitzewelle vom 06.07.–16.07. fehlen noch die Kalenderwochen 28 bis 29. Sie werden voraussichtlich zwischen dem 09.08.2026 und dem 23.08.2026 gemeldet. Die Zahlen der ersten Wochen einer Hitzewelle kommen zuerst, die der letzten Woche am Ende dieses Zeitraums.
Sobald eine Woche gemeldet ist, fließt sie automatisch in Karte, Tabellen und Diagramme ein — dieser Hinweis verschwindet dann von selbst.
Achtung: Die Karte zeigt bisher nur 3 der 7 Hitzewellen-Wochen 2026. Für die übrigen liegen noch keine Sterbefallzahlen vor. Ein hell eingefärbtes Bundesland bedeutet hier also nicht, dass es dort weniger Todesfälle gab — es fehlen dort nur noch die Meldungen. Vollständig über alle Hitzewellen ist nur die RKI-Schätzung.
Die Farbe zeigt: Wie viele Sterbefälle mehr als üblich gab es 2026 in den Hitzewellen-Wochen, gerechnet je 100.000 Einwohner? Gerechnet wird so: gemeldete Sterbefälle einer Woche (Statistisches Bundesamt) minus dem Median (dem mittleren Wert) derselben Kalenderwoche in den Vorjahren. Diese Differenzen werden über alle Hitzewellen-Wochen zusammengezählt.
Diese Zahlen sind tatsächlich gezählt. Sie umfassen aber jeden Todesfall über dem üblichen Wert, auch solche, die nichts mit Hitze zu tun haben. Grau eingefärbt sind Bundesländer, für die sich kein Wert berechnen lässt: Entweder fehlen Vergleichsdaten aus den Vorjahren, oder es gab dort keine Hitzewelle. Im laufenden Jahr können die jüngsten Hitzewellen-Wochen noch fehlen, weil sie noch nicht gemeldet sind; die Summen decken dann nur die bereits gemeldeten Wochen ab.
Die Karte rechnet die Zahlen auf je 100.000 Einwohner um. Nur so lassen sich Nordrhein-Westfalen und das Saarland überhaupt vergleichen. Die Sterbefallzahlen selbst — also Personen, nicht je 100.000 — stehen in der Hitzewellen-Tabelle und in den Kacheln oben; tippen oder zeigen Sie auf ein Bundesland, um seine Zahlen zu sehen.
Ein Minus heißt: weniger Sterbefälle als in den Vorjahren üblich.
| Hitzewelle | Kalender- wochen |
RKI-Schätzung: hitzebedingte Sterbefälle |
gemeldet: Sterbefälle über dem üblichen Wert |
|---|---|---|---|
| 23.05.–27.05.2026 | 21–22 | 193 2 von 2 Wochen geschätzt |
318 2 von 2 Wochen gemeldet |
| 17.06.–29.06.2026 | 25–27 | 6.624 3 von 3 Wochen geschätzt |
117 1 von 3 Wochen gemeldet |
| 06.07.–16.07.2026 | 28–29 | 1.047 1 von 2 Wochen geschätzt |
noch nicht gemeldet |
| alle Hitzewellen | 7 Wochen | 7.864 6 von 7 Wochen geschätzt |
436 3 von 7 Wochen gemeldet |
| alle Wochen mit RKI-Schätzung (auch ohne Hitzewelle) |
15–28 | 7.936 | – |
| Jahr 2026 gesamt | – | 7.900 wahrscheinlich zwischen 6.800 und 9.000 |
– |
Gemeldet heißt: So viele Sterbefälle wurden mehr gemeldet, als in denselben Kalenderwochen der Vorjahre üblich waren (Statistisches Bundesamt). Gezählt sind alle Todesursachen, nicht nur Hitze. Eine Woche wird erst rund vier bis fünf Wochen später gemeldet. Steht unter einer Zahl zum Beispiel „2 von 7 Wochen gemeldet", dann sind von den 7 Kalenderwochen dieses Zeitraums erst 2 eingeflossen. Die Zahl ist dann noch unvollständig und wird später größer. Ein Minus heißt: weniger Sterbefälle als in den Vorjahren üblich.
Beide Quellen liefern nur Wochenwerte. War auch nur ein einziger Tag einer Kalenderwoche ein Hitzetag, wird die ganze Woche der Hitzewelle zugerechnet. Die Zahlen in den Wellen-Zeilen sind deshalb eher zu hoch als zu niedrig. Die Zeile „alle Hitzewellen" zählt jede Kalenderwoche nur einmal, auch wenn sie zu zwei Wellen gehört.
Die Wellen-Zahl ist die Summe der geschätzten Wochenwerte. Die geschätzten Werte darf man zusammenzählen. Die Spannen der einzelnen Wochen darf man aber nicht zusammenzählen — das ergäbe eine falsche Zahl. Deshalb steht bei den einzelnen Hitzewellen keine Spanne.
Die Zeile „Jahr gesamt" stammt aus einer anderen Veröffentlichung des RKI (Jahreswerte je Bundesland). Dort rechnet das RKI die Spanne selbst aus, deshalb steht sie hier.
Die Summe der Hitzewellen ergibt aus drei Gründen nicht denselben Wert wie das Jahr. Erstens zählt sie nur die Hitzewellen-Wochen. Die Zeile „alle Wochen mit RKI-Schätzung" darüber zeigt, wie viele Sterbefälle auch außerhalb der Hitzewellen auf Hitze zurückgeführt werden. Zweitens kommt der Jahreswert aus einer anderen Veröffentlichung und wird dort unabhängig berechnet und gerundet. Drittens sind beides geschätzte Werte, bei denen kleine Unterschiede normal sind.
„RKI-Schätzung fehlt noch" heißt: Der Wochenbericht des RKI reicht noch nicht bis zu dieser Woche. „noch nicht gemeldet" heißt: Das Statistische Bundesamt hat die Sterbefälle dieser Wochen noch nicht veröffentlicht. „zu wenig Vergleichsjahre" steht bei früheren Jahren: Auf dieser Seite liegen gemeldete Sterbefälle erst ab 2021 vor, und der Vergleich braucht mindestens zwei frühere Jahre.
Die gelb gefüllte Fläche zwischen den beiden gelben Linien ist die geschätzte Zahl hitzebedingter Sterbefälle dieser Woche. Wenn die blaue Linie der gemeldeten Sterbefälle nahe an der oberen gelben Linie liegt, hat die Schätzung die Wirklichkeit gut getroffen. Für einzelne Bundesländer veröffentlicht das RKI keine Wochenwerte, dort fehlen die gelben Linien.
Wenn beide Balken bei einer Hitzewelle gleichzeitig hoch ausfallen, hat die Schätzung gut vorhergesagt, was später tatsächlich gemeldet wurde.
Ein Minus heißt: weniger Sterbefälle als in den Vorjahren üblich. Das gilt auch für die beiden Spalten je 100.000 Einwohner ganz rechts.
| Bundesland | gemeldet: Sterbefälle über dem üblichen Wert (Hitzewellen-Wochen) |
gemeldet: Sterbefälle über dem üblichen Wert (Sommer, Juni–August) |
RKI-Schätzung: geschätzte hitzebedingte Sterbefälle |
geschätzter Bereich (Sterbefälle) |
gemeldet: Sterbefälle über dem üblichen Wert je 100.000 Einwohner |
RKI-Schätzung: hitzebedingte Sterbefälle je 100.000 Einwohner |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Saarland | 7 (3 von 6 Wochen) | -48 (3 von 14 Wochen) | 230 | 90 bis 350 | 0,7 | 22,7 |
| Rheinland-Pfalz | 49 (3 von 6 Wochen) | -129 (3 von 14 Wochen) | 840 | 580 bis 1.100 | 1,2 | 20,4 |
| Hessen | -25 (3 von 6 Wochen) | -134 (3 von 14 Wochen) | 930 | 620 bis 1.250 | -0,4 | 14,8 |
| Baden-Württemberg | -52 (3 von 6 Wochen) | -312 (3 von 14 Wochen) | 1.460 | 1.010 bis 1.850 | -0,5 | 13,0 |
| Nordrhein-Westfalen | 159 (3 von 6 Wochen) | -793 (3 von 14 Wochen) | 1.750 | 1.250 bis 2.220 | 0,9 | 9,7 |
| Deutschland | 436 (3 von 7 Wochen) | -1.864 (3 von 14 Wochen) | 7.900 | 6.800 bis 9.000 | 0,5 | 9,5 |
| Thüringen | 21 (1 von 2 Wochen) | -8 (3 von 14 Wochen) | 190 | 50 bis 320 | 1,0 | 9,0 |
| Sachsen | 20 (1 von 2 Wochen) | 14 (3 von 14 Wochen) | 340 | 140 bis 530 | 0,5 | 8,5 |
| Sachsen-Anhalt | 14 (1 von 2 Wochen) | -64 (3 von 14 Wochen) | 170 | 20 bis 330 | 0,7 | 8,0 |
| Bayern | -68 (2 von 4 Wochen) | -192 (3 von 14 Wochen) | 920 | 490 bis 1.340 | -0,5 | 6,9 |
| Niedersachsen | – | -20 (3 von 14 Wochen) | 510 | 240 bis 760 | – | 6,5 |
| Brandenburg | -44 (1 von 2 Wochen) | -40 (3 von 14 Wochen) | 160 | 20 bis 320 | -1,7 | 6,4 |
| Berlin | 26 (1 von 2 Wochen) | -126 (3 von 14 Wochen) | 170 | 10 bis 320 | 0,7 | 4,8 |
| Bremen | – | -42 (3 von 14 Wochen) | 30 | -20 bis 90 * | – | 4,8 |
| Mecklenburg-Vorpommern | – | -35 (3 von 14 Wochen) | 60 | -40 bis 160 * | – | 3,7 |
| Hamburg | – | 34 (3 von 14 Wochen) | 50 | -30 bis 150 * | – | 2,9 |
| Schleswig-Holstein | – | -48 (3 von 14 Wochen) | 80 | -50 bis 210 * | – | 2,8 |
Welche Kalenderwochen als Hitzewelle gelten, entscheidet für jedes Bundesland eine Referenz-Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes: mindestens drei Tage in Folge mit mindestens 30 °C. Diese Seite wertet fünf über das Land verteilte Stationen aus; Bundesländer ohne eigene Station bekommen die nächstgelegene. Ein Strich „–" heißt: Dort gab es keine Hitzewelle, oder es fehlen Vergleichsdaten aus den Vorjahren.
* Der geschätzte Bereich reicht bis unter null. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass die Hitze in diesem Bundesland 2026 gar keine zusätzlichen Sterbefälle verursacht hat. Das betrifft vor allem kleine Bundesländer: Dort verändern schon ein paar Todesfälle mehr oder weniger das Ergebnis deutlich.
Hier lässt sich nachträglich prüfen, wie gut die Schätzung war. Für ganz Deutschland stehen die RKI-Schätzung eines Jahres und die später tatsächlich gemeldeten Zahlen derselben Zeiträume nebeneinander. Alle Werte sind Sterbefälle in ganz Deutschland.
Die beiden Zahlen messen nicht dasselbe. Das Modell schätzt nur, wie viele Sterbefälle auf die Temperatur zurückgehen. Die gemeldete Zahl umfasst dagegen alles, was vom üblichen Wert abweicht — auch Grippewellen oder Corona-Nachwirkungen.
Die beiden Zahlen werden deshalb nie genau gleich sein. Wenn sie aber ungefähr gleich groß ausfallen und von Jahr zu Jahr in dieselbe Richtung gehen, spricht das für das Modell. Wichen sie dauerhaft in eine Richtung ab, wäre das Modell fragwürdig.
Ein Minus heißt: In diesen Wochen starben weniger Menschen als in den Vorjahren üblich.
| Jahr | RKI-Schätzung: geschätzte hitzebedingte Sterbefälle |
geschätzter Bereich (Sterbefälle) |
gemeldet: Sterbefälle über dem üblichen Wert (Hitzewellen-Wochen) |
gemeldet: Sterbefälle über dem üblichen Wert (Sommer, Juni–August) |
|---|---|---|---|---|
| 2023 | 3.200 | 1.700 bis 4.700 | -4.210 (9 von 9 Wochen) | -10.406 (14 von 14 Wochen) |
| 2024 | 3.000 | 1.600 bis 4.400 | 206 (4 von 4 Wochen) | 1.677 (14 von 14 Wochen) |
| 2025 | 2.600 | 1.400 bis 3.700 | 834 (3 von 3 Wochen) | -3.476 (14 von 14 Wochen) |
| 2026 (laufend) | 7.900 | 6.800 bis 9.000 | 436 (3 von 7 Wochen) | -1.864 (3 von 14 Wochen) |
So wird gerechnet: gemeldete Sterbefälle einer Woche minus dem Median (dem mittleren Wert) derselben Woche in bis zu vier Vorjahren; die Differenzen werden zusammengezählt. Die Angabe „2 von 7 Wochen" heißt: Von 7 Kalenderwochen sind erst 2 gemeldet. Beim laufenden Jahr fehlen die jüngsten Wochen noch, weil sie erst rund vier bis fünf Wochen später gemeldet werden. Auf dieser Seite liegen gemeldete Sterbefälle erst ab 2021 vor, deshalb startet der Vergleich 2023.
Wichtig für die ersten Jahre: Der Vergleichswert stammt größtenteils aus den Corona-Jahren 2021 und 2022. Damals starben ohnehin ungewöhnlich viele Menschen. Gemessen an diesem hohen Vergleichswert fallen die Zahlen der Folgejahre — vor allem 2023 — zu niedrig aus. Die früheren Jahre 2018 und 2019 stehen in der Tabelle „Einordnung: die RKI-Schätzung über die Jahre" weiter unten. Für sie lässt sich die Schätzung hier nicht überprüfen, weil die gemeldeten Sterbefallzahlen erst ab 2021 vorliegen.
Für ganz Deutschland zählt eine Kalenderwoche als Hitzewellen-Woche, sobald mindestens eine der fünf Referenz-Wetterstationen eine Hitzewelle gemessen hat. Diese Seite wertet fünf über das Land verteilte Stationen aus (Saarland, Hamburg, Berlin, Bayern, Sachsen). Jedes Bundesland bekommt davon die nächstgelegene als Referenz — eine eigene Station hat also nicht jedes Land. Das RKI selbst rechnet mit 52 Stationen.
Die Tabelle zeigt die geschätzten hitzebedingten Sterbefälle in ganz Deutschland seit 2016. So lässt sich sehen, ob 2026 mehr oder weniger Sterbefälle hatte als frühere Hitzesommer wie 2018, 2019 oder 2022. Achtung: Das sind durchgehend geschätzte Werte, keine gezählten Fälle. Welche Jahre sich überprüfen lassen, steht in der Vergleichstabelle oben.
| Jahr | geschätzte hitzebedingte Sterbefälle in ganz Deutschland | geschätzter Bereich (Sterbefälle) |
|---|---|---|
| 2016 | 1.800 | 500 bis 3.100 |
| 2017 | 1.500 | 400 bis 2.700 |
| 2018 | 8.400 | 7.000 bis 9.900 |
| 2019 | 6.800 | 5.400 bis 8.200 |
| 2020 | 3.900 | 2.600 bis 5.300 |
| 2021 | 1.800 | 700 bis 3.000 |
| 2022 | 4.800 | 3.200 bis 6.500 |
| 2023 | 3.200 | 1.700 bis 4.700 |
| 2024 | 3.000 | 1.600 bis 4.400 |
| 2025 | 2.600 | 1.400 bis 3.700 |
| 2026 | 7.900 | 6.800 bis 9.000 |
Hitze steht so gut wie nie als Todesursache im Totenschein. Menschen sterben an Herzinfarkt, Kreislaufversagen oder Dehydrierung, Hitze ist nur der Auslöser. Das RKI zählt die Fälle deshalb nicht einzeln, sondern schätzt sie über ein statistisches Modell. Für jede Woche vergleicht das Modell zwei Dinge: wie viele Menschen gestorben sind und wie warm es im Wochendurchschnitt an 52 Wetterstationen war.
Aus den Daten früherer Jahre zeigt sich ein Muster: Sobald es im Wochendurchschnitt wärmer als etwa 20 °C ist, sterben spürbar mehr Menschen. Das Modell rechnet dann zweimal: einmal mit der tatsächlichen Temperatur, einmal so, als wäre es kühl geblieben. Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen sind die „hitzebedingten Sterbefälle". Gezählt wurde dabei kein einziger konkreter Fall.
Die gemeldeten Sterbefälle über dem üblichen Wert sind dagegen einfaches Nachrechnen: Man nimmt die gemeldeten Sterbefälle einer Kalenderwoche und zieht davon den Median (den mittleren Wert) derselben Kalenderwoche aus bis zu vier Vorjahren ab. Das ist die Vergleichsmethode, die auch das Statistische Bundesamt verwendet. Sie braucht keine Modellannahmen, kann aber nicht unterscheiden, warum mehr Menschen starben: Hitze, eine Grippewelle oder etwas anderes.
Beide Zahlen gelten immer nur für die Bevölkerung insgesamt. Für keinen einzelnen Todesfall lässt sich damit sagen, ob die Hitze schuld war.
Nur eingeschränkt. Die Spalten je 100.000 Einwohner gleichen die unterschiedliche Größe der Bundesländer aus; nach ihnen richtet sich auch die Farbe auf der Karte. Zwei Einschränkungen bleiben aber:
Bei den gemeldeten Zahlen kommt hinzu: Ob eine Woche als Hitzewellen-Woche gilt, entscheidet pro Bundesland eine einzige Wetterstation. War es dort zufällig kühler als im Rest des Landes, fehlt die Woche in der Rechnung.