🌡️ Hitze & Übersterblichkeit — 2026

📅 Datenstand: gemeldete Sterbefälle bis KW 39/2026 (21.09.–27.09.) · RKI-Schätzung bis KW 37/2026 (07.09.–13.09.) · Temperaturen bis 26.10.2026 🔄 Aktualisierung: automatisch jeden Morgen — zuletzt am 28.10.2026, die nächste am 29.10.2026
Details zum Datenstand
Quelle Daten liegen vor bis zuletzt abgerufen Wie oft die Stelle selbst aktualisiert
Gemeldete Sterbefälle (Statistisches Bundesamt) Kalenderwoche 39/2026 (21.09.–27.09.) 28.10.2026 06:15 Uhr jeden Dienstag neu. Die Sterbefälle je Bundesland kommen rund 4 bis 5 Wochen nach der jeweiligen Woche; Wochen ohne Meldung bleiben in den Tabellen leer
RKI-Schätzung, Wochenwerte Kalenderwoche 37/2026 (07.09.–13.09.) 28.10.2026 06:15 Uhr jeden Donnerstag neu, aber nur von Juni bis September
RKI-Schätzung, Jahreswerte je Bundesland Jahr 2026 (bis Kalenderwoche 37, 07.09.–13.09.) 28.10.2026 06:15 Uhr jeden Donnerstag neu, aber nur von Juni bis September
Temperatur (Deutscher Wetterdienst) 26.10.2026 28.10.2026 06:15 Uhr täglich neu (Messwerte der Vortage)

Diese Seite ruft die Quellen jeden Morgen automatisch ab. Neu zu holen gibt es dabei nicht jeden Tag etwas: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dienstags, das RKI donnerstags, nur der Deutsche Wetterdienst liefert täglich.

Warum fehlen die letzten Wochen? Die Standesämter melden Sterbefälle verspätet; die hier genutzte Tabelle des Statistischen Bundesamts (12613-08, Sterbefälle je Bundesland und Kalenderwoche) liegt rund vier bis fünf Wochen hinter dem Kalender. Für Wochen ohne Meldung steht hier nichts: lieber eine Lücke als eine erfundene Zahl. Der Wochenbericht des RKI erscheint donnerstags und reicht bis 11 Tage vor dem Erscheinungstag; nur die Temperaturen des Deutschen Wetterdienstes sind fast tagesaktuell.

Für eine gerade erst überstandene Hitzewelle gibt es deshalb noch keine gemeldete Sterbefallzahl. Die RKI-Schätzung gibt es trotzdem schon: Sie wird aus Temperaturdaten berechnet und braucht keine Sterbemeldungen.

Hitze und Sterblichkeit 2026 in Zahlen

RKI-Schätzung · ganzes Jahr 2026 16.000 hitzebedingte Sterbefälle in ganz Deutschland, wahrscheinlich zwischen 14.400 und 17.600 — aus Temperaturdaten berechnet, nicht gezählt. Das Jahr läuft noch, die Zahl steigt weiter.

Davon in der stärksten Hitzewelle (17.06.–29.06.2026): 10.103 · alle 4 Hitzewellen zusammen: 15.372

tatsächlich gemeldet 13.602 Sterbefälle mehr als üblich in den Hitzewellen-Wochen 2026, alle Todesursachen zusammen — nicht nur Hitze (Statistisches Bundesamt). Alle Hitzewellen-Wochen sind gemeldet.
Woher kommen die Zahlen oben — und was ist ein „Modell"?

Das RKI-Modell zählt keine einzelnen Todesfälle. Es vergleicht, wie viele Menschen in warmen Wochen sterben und wie viele in vergleichbaren kühlen Wochen. Die Differenz gilt als Zahl der hitzebedingten Sterbefälle.

Die gemeldeten Sterbefälle über dem üblichen Wert sind dagegen wirklich gezählt. Man nimmt die gemeldeten Sterbefälle einer Kalenderwoche und zieht davon den Median (den mittleren Wert) derselben Kalenderwoche in den Vorjahren ab. Übrig bleibt, wie viele Menschen mehr gestorben sind als üblich — aus allen Gründen, nicht nur wegen Hitze.

Der Wert je Hitzewelle ist einfach die Summe der geschätzten Wochenwerte. Zu jeder einzelnen Woche gehört zwar eine Spanne, in der der wahre Wert wahrscheinlich liegt. Solche Spannen darf man aber nicht zusammenzählen. Bei den einzelnen Hitzewellen steht deshalb keine Spanne. Beim Jahreswert steht eine — die rechnet das RKI selbst aus und veröffentlicht sie mit.

Warum eine einzige Hitzewelle fast so viele Sterbefälle hat wie das ganze Jahr. Das RKI veröffentlicht ausschließlich Wochenwerte. Berührt eine Hitzewelle eine Kalenderwoche auch nur an einem Tag, geht der volle Wochenwert in die Summe ein. Gezählt werden also alle Sterbefälle der betroffenen Kalenderwochen, nicht nur die der heißen Tage. Die Zahl ist deshalb eher zu hoch als zu niedrig.

Warum die Summe der Hitzewellen nicht den Jahreswert ergibt. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Die Summe zählt nur die Hitzewellen-Wochen. Über alle bisher berichteten Wochen (Kalenderwochen 15–37, also 06.04.–13.09.) kommt das RKI auf 15.955 geschätzte Sterbefälle.
  • Der Jahreswert stammt aus einer anderen Veröffentlichung des RKI (Jahreswerte je Bundesland statt Wochenwerte). Dort wird er unabhängig berechnet und gerundet.
  • Beide Zahlen sind geschätzte Werte, keine Zählungen. Kleine Unterschiede sind deshalb ganz normal.

Übersterblichkeit heißt: Es sterben mehr Menschen als sonst um diese Jahreszeit üblich. Die Seite stellt zwei Zahlenreihen gegenüber — die gemeldeten Sterbefälle (gezählt, aber rund vier bis fünf Wochen verspätet) und die RKI-Schätzung (sofort verfügbar).

Mehr zu den beiden Zahlenreihen und zur Jahresauswahl

Diese Seite zeigt zwei getrennte Zahlenreihen und stellt sie einander gegenüber:

  • Gemeldet: die tatsächlich gemeldeten Sterbefälle (Statistisches Bundesamt, amtliche Wochenmeldungen) im Vergleich zum Median (dem mittleren Wert) derselben Kalenderwoche in den Vorjahren. Das sind wirklich gezählte Todesfälle. Sie kommen aber verspätet: Die Standesämter melden eine Woche erst rund vier bis fünf Wochen später.
  • Geschätzt: die RKI-Schätzung hitzebedingter Sterbefälle. Sie wird aus Temperaturdaten berechnet und liegt deshalb früher vor.

Oben lässt sich ein anderes Jahr auswählen; Karte, Tabellen und Kurven zeigen dann dieses Jahr. Eine Tabelle weiter unten zeigt, wie gut die Schätzung zu den später gemeldeten Zahlen passte.

Für diese Seite liegen gemeldete Sterbefallzahlen erst ab 2021 vor. Der Vergleich mit den Vorjahren braucht mindestens zwei frühere Jahre. Deshalb gibt es die gemeldeten Sterbefälle über dem üblichen Wert hier erst ab 2023. Temperaturen und RKI-Schätzung reichen weiter zurück; die RKI-Jahreswerte beginnen 2016.

Deutschlandkarte · 2026

Was bedeutet die Einfärbung?

Die Farbe zeigt: Wie viele Sterbefälle mehr als üblich gab es 2026 in den Hitzewellen-Wochen, gerechnet je 100.000 Einwohner? Je dunkler, desto mehr; die hellste Farbe hat das Bundesland mit dem niedrigsten Wert. Gerechnet wird so: gemeldete Sterbefälle einer Woche (Statistisches Bundesamt) minus dem Median (dem mittleren Wert) derselben Kalenderwoche in den Vorjahren. Diese Differenzen werden über alle Hitzewellen-Wochen zusammengezählt.

Diese Zahlen sind tatsächlich gezählt. Sie umfassen aber jeden Todesfall über dem üblichen Wert, auch solche, die nichts mit Hitze zu tun haben. Grau eingefärbt sind Bundesländer, für die sich kein Wert berechnen lässt: Entweder fehlen Vergleichsdaten aus den Vorjahren, oder es gab dort keine Hitzewelle. Im laufenden Jahr können die jüngsten Hitzewellen-Wochen noch fehlen, weil sie noch nicht gemeldet sind; die Summen decken dann nur die bereits gemeldeten Wochen ab.

Die Karte rechnet die Zahlen auf je 100.000 Einwohner um. Nur so lassen sich Nordrhein-Westfalen und das Saarland überhaupt vergleichen. Die Sterbefallzahlen selbst — also Personen, nicht je 100.000 — stehen in der Hitzewellen-Tabelle und in den Kacheln oben; tippen oder zeigen Sie auf ein Bundesland, um seine Zahlen zu sehen.

kein Wert berechenbar

Skala: gemeldete Sterbefälle über dem üblichen Wert, je 100.000 Einwohner — alle Todesursachen, nicht nur Hitze.

Hitzewellen 2026 in Deutschland

Hitzewelle Kalender-
wochen
RKI-Schätzung:
hitzebedingte Sterbefälle
gemeldet: Sterbefälle
über dem üblichen Wert
23.05.–27.05.2026 21–22
18.05.–31.05.
123 594
17.06.–29.06.2026 25–27
15.06.–05.07.
10.103 11.599
06.07.–16.07.2026 28–29
06.07.–19.07.
1.477 650
28.07.–16.08.2026 31–33
27.07.–16.08.
3.669 758
alle Hitzewellen 10 Wochen 15.372 13.602
alle Wochen mit RKI-Schätzung
(auch ohne Hitzewelle)
15–37
06.04.–13.09.
15.955 –
Jahr 2026 gesamt – 16.000
wahrscheinlich zwischen 14.400 und 17.600
–

Gemeldet heißt: Sterbefälle über dem üblichen Wert der Vorjahre (Statistisches Bundesamt, alle Todesursachen); ein Minus heißt: weniger als üblich. Beide Quellen rechnen in ganzen Kalenderwochen — auch kühle Tage zählen mit, die Wellen-Zahlen sind eher zu hoch.

Mehr zu dieser Tabelle: Spannen, Summen, fehlende Werte

Die Wellen-Zahl ist die Summe der geschätzten Wochenwerte. Die geschätzten Werte darf man zusammenzählen. Die Spannen der einzelnen Wochen darf man aber nicht zusammenzählen — das ergäbe eine falsche Zahl. Deshalb steht bei den einzelnen Hitzewellen keine Spanne.

Die Zeile „alle Hitzewellen" zählt jede Kalenderwoche nur einmal, auch wenn sie zu zwei Wellen gehört. Ihre Summe kann deshalb kleiner sein als die Summe der einzelnen Zeilen.

Die Zeile „Jahr gesamt" stammt aus einer anderen Veröffentlichung des RKI (Jahreswerte je Bundesland). Dort rechnet das RKI die Spanne selbst aus, deshalb steht sie hier.

Die Summe der Hitzewellen ergibt aus drei Gründen nicht denselben Wert wie das Jahr. Erstens zählt sie nur die Hitzewellen-Wochen. Die Zeile „alle Wochen mit RKI-Schätzung" darüber zeigt, wie viele Sterbefälle auch außerhalb der Hitzewellen auf Hitze zurückgeführt werden. Zweitens kommt der Jahreswert aus einer anderen Veröffentlichung und wird dort unabhängig berechnet und gerundet. Drittens sind beides geschätzte Werte, bei denen kleine Unterschiede normal sind.

„RKI-Schätzung fehlt noch" heißt: Der Wochenbericht des RKI reicht noch nicht bis zu dieser Woche. „noch nicht gemeldet" heißt: Das Statistische Bundesamt hat die Sterbefälle dieser Wochen noch nicht veröffentlicht. „zu wenig Vergleichsjahre" steht bei früheren Jahren: Auf dieser Seite liegen gemeldete Sterbefälle erst ab 2021 vor, und der Vergleich braucht mindestens zwei frühere Jahre.

Deutschland gesamt

Was zeigen die Linien?
  • Blaue Linie: die gemeldeten Sterbefälle je Woche (Statistisches Bundesamt) im gewählten Jahr.
  • Graues Band: die Spannweite der Vorjahre — vom höchsten bis zum niedrigsten Wert, den dieselbe Kalenderwoche früher hatte. (Die Zahlen in den Tabellen vergleichen dagegen mit dem Median, dem mittleren dieser Werte.)
  • Orange Linie: die höchste Tagestemperatur an der Wetterstation. Sie wird an der rechten Achse abgelesen (Grad Celsius), alle anderen Linien an der linken (Sterbefälle). Die Linien lassen sich deshalb nicht direkt miteinander vergleichen.
  • Orange schattierte Bereiche: automatisch erkannte Hitzewellen (mindestens 3 Tage in Folge mit mindestens 30 °C Tageshöchsttemperatur).
  • Gestrichelte gelbe Linien: So viele Sterbefälle erwartet die RKI-Schätzung für diese Woche: einmal gerechnet mit der tatsächlich gemessenen Temperatur, einmal mit einer für die Jahreszeit normalen. Die zweite Linie beschreibt eine Woche, die es so nie gegeben hat. Sie ist die Antwort auf die Frage, wie viele Menschen ohne die Hitze gestorben wären. Diese Linien gibt es nur für „Deutschland gesamt" und nur für die Monate Juni bis September.

Außerhalb von Hitzewellen liegen die beiden gelben Linien fast genau aufeinander. Ihr Abstand beträgt dann meist ein paar Dutzend Sterbefälle und ist im Diagramm dünner als ein Strich: Ohne Hitze gibt es eben auch keine hitzebedingten Sterbefälle. Sichtbar auseinander gehen die Linien erst in heißen Wochen, dann aber deutlich.

Die gelb gefüllte Fläche zwischen den beiden gelben Linien ist die geschätzte Zahl hitzebedingter Sterbefälle dieser Woche. Wenn die blaue Linie der gemeldeten Sterbefälle nahe an der oberen gelben Linie liegt, hat die Schätzung die Wirklichkeit gut getroffen. Für einzelne Bundesländer veröffentlicht das RKI keine Wochenwerte, dort fehlen die gelben Linien.

Woche für Woche: Schätzung und gemeldete Zahlen im Vergleich · 2026 (ganz Deutschland)

Wie lese ich dieses Diagramm?
  • Orange Balken: So viele hitzebedingte Sterbefälle je Kalenderwoche schätzt das RKI. Berechnet wird das nur für die Monate Juni bis September.
  • Blaue Balken: So viele Sterbefälle wurden in derselben Woche mehr gemeldet, als in den Vorjahren üblich war (alle Todesursachen). Zeigt der Balken nach unten, sind weniger Menschen gestorben als üblich.

Wenn beide Balken bei einer Hitzewelle gleichzeitig hoch ausfallen, hat die Schätzung gut vorhergesagt, was später tatsächlich gemeldet wurde.

Alle Bundesländer im Vergleich · 2026 — gemeldete und geschätzte Sterbefälle

Sortiert nach der letzten Spalte (RKI-Schätzung je 100.000 Einwohner). Ein Minus heißt: weniger Sterbefälle als in den Vorjahren üblich.

Was genau steht in den Spalten?
  • Zwei Spalten zeigen gemeldete Sterbefälle über dem üblichen Wert: einmal nur für die Hitzewellen-Wochen, einmal für den ganzen Sommer (Juni bis August). Gerechnet wird so: gemeldete Sterbefälle minus dem Median (dem mittleren Wert) derselben Kalenderwochen in den Vorjahren, über alle Wochen zusammengezählt. Diese Zahl enthält alle Todesursachen, nicht nur Hitze.
  • RKI-Schätzung: So viele Sterbefälle führt das Modell auf die Temperatur zurück. Für 2026 ist das ein Zwischenstand bis zur zuletzt berechneten Woche. Er wächst im Lauf des Sommers weiter, und die jüngste Hitzewelle fehlt darin womöglich noch.
  • Geschätzter Bereich: In diesem Bereich liegt der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit. Je weniger Einwohner ein Bundesland hat, desto größer ist dieser Bereich — die Schätzung ist dort ungenauer.
  • Die Gesamtzahl der Wochen ist je Bundesland unterschiedlich, weil dort unterschiedlich lange Hitzewellen gemessen wurden; die Sommer-Spalte umfasst dagegen immer den ganzen Sommer (Juni bis August), also rund 14 Wochen.
Bundesland gemeldet: Sterbefälle über
dem üblichen Wert
(Hitzewellen-Wochen)
gemeldet: Sterbefälle über
dem üblichen Wert
(Sommer, Juni–August)
RKI-Schätzung:
hitzebedingte Sterbefälle
geschätzter Bereich
(Sterbefälle)
gemeldet: Sterbefälle über dem
üblichen Wert je 100.000 Einwohner
RKI-Schätzung: hitzebedingte
Sterbefälle je 100.000 Einwohner
Saarland 322 250 550 330 bis 750 32,3 55,5
Rheinland-Pfalz 821 968 2.040 1.590 bis 2.450 19,9 49,4
Hessen 798 926 2.270 1.760 bis 2.770 12,7 36,2
Baden-Württemberg 1.486 1.538 3.800 3.080 bis 4.430 13,2 33,8
Deutschland 13.602 7.152 16.000 14.400 bis 17.600 16,4 19,3
Nordrhein-Westfalen 2.583 1.998 3.020 2.210 bis 3.890 14,4 16,8
Bayern 1.283 883 2.160 1.440 bis 2.880 9,7 16,3
Thüringen 218 134 290 40 bis 520 10,5 13,8
Sachsen 404 518 540 180 bis 880 10,1 13,4
Sachsen-Anhalt 143 -114 220 -20 bis 460 * 6,8 10,3
Brandenburg -71 142 200 -50 bis 450 * -2,8 7,8
Niedersachsen 333 199 510 140 bis 910 4,3 6,6
Berlin 161 -178 230 -30 bis 480 * 4,4 6,4
Bremen 13 -156 30 -60 bis 120 * 1,8 4,6
Mecklenburg-Vorpommern 2 20 60 -90 bis 200 * 0,1 3,8
Hamburg 20 -101 40 -80 bis 140 * 1,1 2,2
Schleswig-Holstein 52 -326 60 -80 bis 230 * 1,8 2,1

Welche Kalenderwochen als Hitzewelle gelten, entscheidet für jedes Bundesland eine Referenz-Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes: mindestens drei Tage in Folge mit mindestens 30 °C. Diese Seite wertet fünf über das Land verteilte Stationen aus; Bundesländer ohne eigene Station bekommen die nächstgelegene. Ein Strich „–" heißt: Dort gab es keine Hitzewelle, oder es fehlen Vergleichsdaten aus den Vorjahren.

* Der geschätzte Bereich reicht bis unter null. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass die Hitze in diesem Bundesland 2026 gar keine zusätzlichen Sterbefälle verursacht hat. Das betrifft vor allem kleine Bundesländer: Dort verändern schon ein paar Todesfälle mehr oder weniger das Ergebnis deutlich.

Passt die Schätzung zur Wirklichkeit? RKI-Schätzung und gemeldete Zahlen

Hier lässt sich nachträglich prüfen, wie gut die Schätzung war. Für ganz Deutschland stehen die RKI-Schätzung eines Jahres und die später tatsächlich gemeldeten Zahlen derselben Zeiträume nebeneinander. Alle Werte sind Sterbefälle in ganz Deutschland.

Die beiden Zahlen messen nicht dasselbe. Das Modell schätzt nur, wie viele Sterbefälle auf die Temperatur zurückgehen. Die gemeldete Zahl umfasst dagegen alles, was vom üblichen Wert abweicht — auch Grippewellen oder Corona-Nachwirkungen.

Die beiden Zahlen werden deshalb nie genau gleich sein. Wenn sie aber ungefähr gleich groß ausfallen und von Jahr zu Jahr in dieselbe Richtung gehen, spricht das für das Modell. Wichen sie dauerhaft in eine Richtung ab, wäre das Modell fragwürdig.

Ein Minus heißt: In diesen Wochen starben weniger Menschen als in den Vorjahren üblich.

Jahr RKI-Schätzung:
hitzebedingte Sterbefälle
geschätzter Bereich
(Sterbefälle)
gemeldet: Sterbefälle über dem
üblichen Wert (Hitzewellen-Wochen)
gemeldet: Sterbefälle über dem
üblichen Wert (Sommer, Juni–August)
2023 2.500 1.200 bis 3.900 -4.210 -10.406
2024 2.200 800 bis 3.600 206 1.677
2025 2.200 1.100 bis 3.400 834 -3.476
2026 (laufend) 16.000 14.400 bis 17.600 13.602 7.152

So wird gerechnet: gemeldete Sterbefälle einer Woche minus dem Median (dem mittleren Wert) derselben Woche in bis zu vier Vorjahren; die Differenzen werden zusammengezählt. Beim laufenden Jahr fehlen die jüngsten Wochen noch, weil sie erst rund vier bis fünf Wochen später gemeldet werden. Auf dieser Seite liegen gemeldete Sterbefälle erst ab 2021 vor, deshalb startet der Vergleich 2023.

Wichtig für die ersten Jahre: Der Vergleichswert stammt größtenteils aus den Corona-Jahren 2021 und 2022. Damals starben ohnehin ungewöhnlich viele Menschen. Gemessen an diesem hohen Vergleichswert fallen die Zahlen der Folgejahre — vor allem 2023 — zu niedrig aus. Die früheren Jahre 2018 und 2019 stehen in der Tabelle „Einordnung: die RKI-Schätzung über die Jahre" weiter unten. Für sie lässt sich die Schätzung hier nicht überprüfen, weil die gemeldeten Sterbefallzahlen erst ab 2021 vorliegen.

Für ganz Deutschland zählt eine Kalenderwoche als Hitzewellen-Woche, sobald mindestens eine der fünf Referenz-Wetterstationen eine Hitzewelle gemessen hat. Diese Seite wertet fünf über das Land verteilte Stationen aus (Saarland, Hamburg, Berlin, Bayern, Sachsen). Jedes Bundesland bekommt davon die nächstgelegene als Referenz — eine eigene Station hat also nicht jedes Land. Das RKI selbst rechnet mit 52 Stationen.

Einordnung: die RKI-Schätzung über die Jahre

Die Tabelle zeigt die geschätzten hitzebedingten Sterbefälle in ganz Deutschland seit 2016. So lässt sich sehen, ob 2026 mehr oder weniger Sterbefälle hatte als frühere Hitzesommer wie 2018, 2019 oder 2022. Achtung: Das sind durchgehend geschätzte Werte, keine gezählten Fälle. Welche Jahre sich überprüfen lassen, steht in der Vergleichstabelle oben.

Jahrgeschätzte hitzebedingte
Sterbefälle in ganz Deutschland
geschätzter Bereich
(Sterbefälle)
2016 1.400 200 bis 2.600
2017 1.280 350 bis 2.220
2018 9.000 7.600 bis 10.400
2019 7.400 5.900 bis 8.800
2020 3.500 2.200 bis 4.600
2021 1.640 760 bis 2.540
2022 4.000 2.500 bis 5.700
2023 2.500 1.200 bis 3.900
2024 2.200 800 bis 3.600
2025 2.200 1.100 bis 3.400
2026 16.000 14.400 bis 17.600
Wie werden die beiden Zahlen berechnet?

Hitze steht so gut wie nie als Todesursache im Totenschein. Menschen sterben an Herzinfarkt, Kreislaufversagen oder Dehydrierung, Hitze ist nur der Auslöser. Das RKI zählt die Fälle deshalb nicht einzeln, sondern schätzt sie über ein statistisches Modell. Für jede Woche vergleicht das Modell zwei Dinge: wie viele Menschen gestorben sind und wie warm es im Wochendurchschnitt an 52 Wetterstationen war.

Aus den Daten früherer Jahre zeigt sich ein Muster: Sobald es im Wochendurchschnitt wärmer als etwa 20 °C ist, sterben spürbar mehr Menschen. Das Modell rechnet dann zweimal: einmal mit der tatsächlich gemessenen Temperatur, einmal mit einer für die Jahreszeit normalen Temperatur. Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen sind die „hitzebedingten Sterbefälle". Gezählt wurde dabei kein einziger konkreter Fall.

Die gemeldeten Sterbefälle über dem üblichen Wert sind dagegen einfaches Nachrechnen: Man nimmt die gemeldeten Sterbefälle einer Kalenderwoche und zieht davon den Median (den mittleren Wert) derselben Kalenderwoche aus bis zu vier Vorjahren ab. Das ist die Vergleichsmethode, die auch das Statistische Bundesamt verwendet. Sie braucht keine Modellannahmen, kann aber nicht unterscheiden, warum mehr Menschen starben: Hitze, eine Grippewelle oder etwas anderes.

Beide Zahlen gelten immer nur für die Bevölkerung insgesamt. Für keinen einzelnen Todesfall lässt sich damit sagen, ob die Hitze schuld war.

Sind Bundesländer vergleichbar?

Nur eingeschränkt. Die Spalten je 100.000 Einwohner gleichen die unterschiedliche Größe der Bundesländer aus; nach ihnen richtet sich auch die Farbe auf der Karte. Zwei Einschränkungen bleiben aber:

  • Bei kleinen Bundesländern ist der geschätzte Bereich sehr breit (siehe Sternchen-Hinweis in der Tabelle). Eine Rangliste allein nach dem geschätzten Wert nimmt solche Zahlen dann zu ernst.
  • Die Rangfolge eines einzelnen Jahres zeigt vor allem, wo die Hitzewelle dieses Jahres am stärksten war. Sie sagt nicht, welche Bundesländer allgemein anfälliger für Hitze sind — im nächsten Jahr kann die Reihenfolge ganz anders aussehen. Für eine stabile Einordnung braucht es den Vergleich über mehrere Sommer.

Bei den gemeldeten Zahlen kommt hinzu: Ob eine Woche als Hitzewellen-Woche gilt, entscheidet pro Bundesland eine einzige Wetterstation. War es dort zufällig kühler als im Rest des Landes, fehlt die Woche in der Rechnung.