Vor ein paar Tagen bin ich über eine kinetische Skulptur von Platon Infante gestolpert: „Two Times“ (auch „Interchron“). Zwei Scheiben scheinen ineinanderzustecken und sich zu drehen — in Wahrheit sind es zwei flache Displays, die nur ihren Inhalt rotieren.
Das wollte ich als kleine Three.js-Demo nachbauen — im Dialog mit einem KI-Coding-Agenten. Eine Sache wurde dabei richtig deutlich: Bei Logik kann der Agent prüfen, ob die Tests grün sind. Bei einer visuellen Umsetzung gibt es kein „grün“. Der Agent rendert nichts und sieht keine Bewegung — also wurde ich zum Auge: „die Punkte verschwinden bei 9 Uhr“, „die Scheiben laufen ineinander statt durchzulaufen“, „das wirkt wie Kugeln, nicht wie flache Kreise“. Entsprechend holprig lief die Session.
Die schönste Sackgasse: Damit Punkte an der Naht der Scheiben übereinstimmen, müssten beide gleichsinnig drehen — damit sie sauber durchlaufen, gegensinnig. Beides zugleich geht nicht. Erst als wir die Punkte nicht mehr als Muster, sondern als echte Objekte dachten, die einen geschlossenen Weg über alle vier Flächen laufen, passte es.
Am Ende half, die Illusion nicht vorzutäuschen, sondern die echte Geometrie zu bauen: zwei flache Scheiben, die sich real durchdringen, frei drehbar. Three.js rendert ohnehin alles auf einen flachen Schirm — eine Täuschung über „flach oder räumlich?“ ist da fast ein Heimspiel.

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